Ordensfrau deckt auf: Der Mechanismus hinter Menschenhandel in Österreich

Menschenhandel Österreich ist nach Einschätzung einer Ordensfrau ein wachsendes Problem, das weit über Einzelfälle hinausgeht. Mehr als 90 % der Frauen und Mädchen, die hierzulande sexuell ausgebeutet werden, stammen aus dem Ausland. Die Ordensfrau fordert gesetzliche Reformen und ein Umdenken in der Gesellschaft.
Was dahintersteckt
Nach Einschätzung der Expertin hängen Migration und Ausbeutung in der Arbeit sowie in der Sexualität eng zusammen. Wer in einem fremden Land ohne gesicherten Status ankommt, gerät leichter in Abhängigkeiten, die Menschenhändler gezielt ausnutzen. Die Polizei berichtet, dass inzwischen verstärkt auch Frauen aus China betroffen sind, was zeigt, dass sich die Herkunftsländer der Opfer verschieben.
Wie der Mechanismus funktioniert
Nach Auffassung der Ordensfrau trägt vor allem die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen dazu bei, den Markt für Menschenhandel aufrechtzuerhalten. Ohne Käufer gäbe es kein Geschäftsmodell, das sich lohnt. Die geltende Prostitutionsgesetzgebung erleichtert ihrer Einschätzung nach die Ausbeutung, weil sie Graubereiche offenlässt, in denen Kontrolle kaum greift.
Die Ordensfrau kritisiert zudem den Begriff Sexarbeit. Er verschleiere die Realität vieler Opfer, die keine freie Entscheidung getroffen haben, sondern unter Zwang, Täuschung oder finanzieller Abhängigkeit stehen.
Die Zahlen hinter dem Problem
Die Ordensfrau zeigt sich besonders alarmiert über die Lage der jüngsten Opfer: Demnach wächst die Gruppe der Kinder unter 14 Jahren, die Menschenhandel und sexueller Ausbeutung zum Opfer fallen, stetig weiter. Im Juli wurden zudem Fälle von Menschenhandel und Missbrauch in Niederösterreich und Tirol bekannt, die das Ausmaß des Problems in Österreich verdeutlichen.
Was Betroffene wissen sollten
- Die Initiative gegen Menschenhandel plant für den 18. Oktober eine Fachtagung im ORF-Landesstudio Oberösterreich.
- Der Verein Solwodi wurde bereits 1985 von sechs Ordensgemeinschaften gegründet und bietet seither Unterstützung für Betroffene.
Wer sich betroffen fühlt oder Hinweise auf Ausbeutung hat, findet über kirchliche und soziale Einrichtungen wie Solwodi erste Anlaufstellen. Die geplante Fachtagung im Oktober soll weitere Informationen und Austausch zum Thema Menschenhandel Österreich bieten.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.
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