Aufgedeckt: Warum Österreichs Wehrpflicht-Reform fast eine Milliarde Euro kostet

14.10.2026
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Ein leerer Kasernenhof steht sinnbildlich für die steigenden Wehrpflicht-Kosten der geplanten Bundesheer-Reform – Foto: dimitrisvetsikas1969 / Pixabay
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Österreichs Bundesheer steht vor einer Reform, die Wehrpflicht-Kosten in bisher ungekanntem Ausmaß auslöst. Zwischen 2027 und 2031 rechnet man mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 984,6 Millionen Euro. Was in den Zahlen steckt, zeigt einen Mechanismus, der wenige kennen.

Die Milliardenrechnung

Die jährlichen Nettokosten der Reform wachsen über die Jahre deutlich an. Im Jahr 2027 liegen sie bei 17,5 Millionen Euro, bis 2031 steigen sie auf 267,8 Millionen Euro jährlich. Damit vervielfacht sich die Belastung innerhalb von nur vier Jahren.

Für die Verabschiedung braucht die Reform eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat. Die Regierung ist deshalb auf die Unterstützung mindestens einer Oppositionspartei angewiesen, wobei FPÖ oder Grüne infrage kommen.

Der Mechanismus dahinter

Das neue Regelwerk soll mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten. Betroffen wären erstmals jene Rekruten, die ab 2027 zur Stellung antreten. Die Grundausbildung wird verlängert und inhaltlich verdichtet, die Miliz soll stärker in das Gesamtgefüge des Bundesheeres eingebunden werden.

Künftig soll die Zahl der einrückenden Wehrpflichtigen bei etwa 15.500 pro Jahr liegen, während das Bundesheer seine Mobilmachungsstärke bis 2032 auf 75.000 Personen ausbauen will. Auch der Zivildienst wird länger: Er soll von neun auf elf Monate verlängert werden, zunächst freiwillig in den Jahren 2027 und 2028 mit Mehrkosten von jeweils 1,6 Millionen Euro.

Ab 2029 wird die Verlängerung verpflichtend und verursacht dann jährlich 7,3 Millionen Euro Zusatzkosten. Davon betroffen sein könnten ebenso junge Männer mit österreichischem Pass, deren Familien aus der BKS-Diaspora stammen, die dann länger Wehr- oder Zivildienst leisten müssten.

Blick nach Deutschland

Dass Wehrpflicht-Reformen teuer werden, zeigt auch der deutsche Nachbar. Der Bundestag stimmte am 5. Dezember 2025 für eine Wehrdienstreform, die den freiwilligen Wehrdienst beibehält, aber verpflichtende Musterungen aller jungen Männer einführt. Für die geplanten Änderungen bis einschließlich 2029 werden rund 2,7 Milliarden Euro zusätzliche Ausgaben im Bundeshaushalt erwartet.

Die Bundeswehr soll bis 2035 auf rund 460.000 aktive Soldaten und Soldatinnen sowie Reservisten und Reservistinnen wachsen. Findet sie nicht genug Freiwillige, kann der Bundestag über einen verpflichtenden Wehrdienst entscheiden. Die Reform begründet sich mit der veränderten Sicherheitslage in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Was Betroffene wissen sollten

Im ersten Halbjahr 2025 erhielt die Bundeswehr laut eigenen Angaben rund 36.000 Bewerbungen, ein Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eingestellt wurden rund 13.750 Soldatinnen und Soldaten, ein Zuwachs von 28 %. Ende Oktober 2025 lag die Personalstärke der Bundeswehr bei rund 184.000 Soldatinnen und Soldaten.

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