Garri Kasparow: Wie Trumps Russland-Politik dem Kreml in die Hände spielt

14.10.2026
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Ein Schachbrett mit umgeworfenen Figuren und einer Europakarte im Hintergrund symbolisiert die Warnung von Kasparow vor Trumps Russland-Politik – Foto: PublicDomainPictures / Pixabay
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Was dahintersteckt

Zudem behandle Trump autoritäre Staatschefs milder als demokratische Politiker, so Kasparow weiter.

Wie der Mechanismus wirkt

Deshalb setze der Kreml auf eine andere Rechnung: Putin gehe davon aus, dass binnen zwei Jahren die meisten europäischen Länder Regierungen haben werden, die ihm wohlgesinnt sind. Als Beleg nennt Kasparow mehrere Beispiele.

Frankreich wählt 2027 einen neuen Präsidenten, und laut Kasparow müsste das Land aktuell zwischen zwei Putin-Sympathisanten entscheiden. In Deutschland gewinne die als pro-russisch eingestufte AfD an Stärke. In Österreich sei die FPÖ nach Kasparows Beobachtung derzeit die populärste Partei.

Geld statt Überzeugung

Kasparow argumentiert, die Loyalität zu Putin innerhalb von dessen Umfeld beruhe nicht auf Ideologie, sondern auf Geld. Deshalb fordert er, gezielt Druck auf Putins Elite auszuüben, damit die Menschen in dessen Umfeld begreifen, dass der Krieg für sie selbst den Untergang bedeuten könnte.

Mit Blick auf Trump bemerkt Kasparow, dieser verfüge mittlerweile nicht mehr über uneingeschränkten Einfluss: Sowohl im Senat als auch durch Urteile des Supreme Court wachse der Gegenwind gegen dessen Kurs.

Zugleich verweist Kasparow auf Indizien für mögliche Verbindungen Trumps nach Russland, etwa über dessen finanzielle Entwicklung nach mehreren Insolvenzen, ohne dass dafür gesicherte Beweise vorlägen. Auch eine russische Einflussnahme auf US-Wahlen hält er für offensichtlich, räumt aber ein, dass sie im Detail nicht belegt sei.

Technologie und Russlands Zukunft

Kasparow sieht die Kriegsführung durch neue Technologien, vor allem Drohnen, grundlegend verändert und erwartet daraus massive politische und gesellschaftliche Folgen. Die größere Gefahr für Russlands Zukunft sieht er nicht im Westen, sondern in China: Peking stelle weitreichende Gebietsforderungen gegenüber Russland, die Kasparow sogar für gewichtiger hält als die chinesischen Ansprüche auf Taiwan.

Russlands künftige Führung stehe damit laut Kasparow vor einer Wahl zwischen einer Hinwendung zu Europa, Reparationszahlungen und der Anerkennung der ukrainischen Unabhängigkeit – oder einer wachsenden Abhängigkeit von China. Die Debatte um ChatGPT und große Sprachmodelle bezeichnet Kasparow dagegen als von großer Hysterie geprägt.

Historisch betrachtet, so Kasparow, habe in Russland bislang nur ein verlorener Krieg zu echten gesellschaftlichen und politischen Veränderungen geführt. Die Möglichkeit, dass Putin taktische Atomwaffen einsetzt, schließt Kasparow aus.

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