Smartbrillen an Schulen: Warum ein Verbot kaum durchsetzbar ist

13.10.2026
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Eine Smartbrille mit integrierter Kamera liegt auf einem Schulpult, ein Symbolbild für die Debatte um die Smartbrille in der Schule – Symbolbild, KI-erzeugt
Symbolbild, KI-erzeugt
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Eine Smartbrille an der Schule sieht aus wie ein gewöhnliches Modell, enthält aber Kamera, Mikrofon, Lautsprecher und Internetverbindung. Österreichs Bildungsministerium prüft deshalb, ob solche Geräte generell aus Schulen verbannt werden sollen. Als Gründe nennt das Ministerium mögliche Datenschutzverletzungen und Täuschungsversuche bei Prüfungen.

Technik im Verborgenen

Modelle wie die Ray-Ban Meta Smart Glasses kosten ab etwa 299 Euro und lassen sich kaum von einer normalen Sonnenbrille unterscheiden. Fotos und Videos entstehen per Knopfdruck am Bügel, ohne dass ein Handy gezückt oder der Blick gesenkt werden muss. Neuere Varianten mit Display blenden zusätzlich Informationen und Navigation ins Sichtfeld ein und analysieren die Umgebung auf Sprachbefehl.

Diese Befehle klingen für Umstehende oft nur wie Murmeln. Aufnahmen lassen sich zudem lokal speichern und erst später mit der App synchronisieren, ohne dass ein sichtbarer Datenfluss auffällt. Eine LED soll zwar aufleuchten, sobald die Kamera läuft, ist bei Sonnenlicht oder Gegenlicht aber schwer zu erkennen; im Internet kursieren sogar Anleitungen, mit denen sich die Anzeige dauerhaft deaktivieren lässt.

Marktzahlen

Meta hat 2025 über sieben Millionen Ray-Ban-Meta-Brillen verkauft. Die Geräte verfügen über eine Weitwinkelkamera, fünf Mikrofone und einen eigenen KI-Prozessor. Das Mikrofon nimmt Gespräche im Umfeld teils im Radius mehrerer Meter auf, ohne dass ein sichtbarer Hinweis darauf besteht.

Rechtlicher Druck

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte legte im September 2026 einen Abschlussbericht zu dem Modell vor. Seit Februar 2025 untersagt die KI-Verordnung der EU zudem den Einsatz von Emotionserkennung in Bildungseinrichtungen, biometrische Fernidentifizierung gilt als Hochrisiko-System mit eigenen Pflichten für Anbieter.

In den USA läuft parallel eine Sammelklage gegen Meta nach dem Biometrie-Gesetz von Illinois. Svenska Dagbladet fand bei eigenen Recherchen im März 2026 heraus, dass Beschäftigte des Dienstleisters Sama am Standort Nairobi Brillenaufnahmen mit Beschreibungen versehen, damit sie als Trainingsmaterial für die künstliche Intelligenz dienen können.

Die Annotatoren berichten demnach von Aufnahmen aus Schlaf- und Badezimmern sowie sichtbaren Bankkarten und privaten Chats in den Trainingsdaten.

Pläne für Gesichtserkennung

Intern unter der Bezeichnung Name Tag entwickelt Meta eine Funktion zur Gesichtserkennung, die es Brillenträgern ermöglichen soll, fremde Personen zu identifizieren und passende Informationen zu ihnen angezeigt zu bekommen.

Gesichter lassen sich technisch bereits jetzt erkennen und teils in Echtzeit mit öffentlich verfügbaren Informationen verknüpfen. Einem internen Vermerk des Konzerns zufolge wurde geraten, die Funktion ausgerechnet in einer politisch angespannten Phase auf den Markt zu bringen.

Was Schulen bereits tun

Einige Schulen haben Smartglasses bereits aus ihren Hausordnungen ausgeschlossen.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.

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