Elon Musk: Wie 276 Millionen Dollar republikanische Senatswahlkämpfe steuern

von Lena Sommer
13.10.2026
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Ein Stapel US-Dollar-Scheine neben einer Wahlurne symbolisiert die Elon-Musk-Spende an republikanische Wahlkampfgruppen – Foto: benscripps / Pixabay
Foto: benscripps / Pixabay
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Seit Juli 2026 hat Elon Musk mindestens 276 Millionen Dollar an republikanische Gruppen und sein eigenes Super-PAC überwiesen. Insgesamt kommt der Tesla- und SpaceX-Chef damit im laufenden Wahlzyklus auf rund 366 Millionen Dollar für Bundeswahlkampagnen. Die Musk-Spende gilt als eine der größten politischen Einzelspenden in der Geschichte der US-Wahlen.

Schon bei der Präsidentschaftswahl 2024 war Musk mit etwa 290 Millionen Dollar der größte Einzelspender. Nach Kontroversen um seine Rolle als Kopf des Department of Government Efficiency und einem öffentlichen Bruch mit Präsident Trump hatte sich Musk zunächst aus Washington zurückgezogen, die Beziehung zu Trump aber später wiederhergestellt.

Im August 2026 teilte er dem Weißen Haus mit, mindestens 100 Millionen Dollar für die Midterms aufwenden zu wollen.

Wie das Geld verteilt wird

Die Spenden folgen einem klaren Muster: 158 Millionen Dollar flossen an den Senate Leadership Fund, das Super-PAC zur Unterstützung republikanischer Senatskandidaten. 76 Millionen Dollar gingen an Musks eigenes America PAC, das ein Wählermobilisierungsprogramm finanziert. Musk soll zudem bis zu 120 Millionen Dollar für ein separates Feldprogramm der Republikanischen Partei autorisiert haben.

Von den bisherigen America-PAC-Ausgaben floss fast 90 % in nur sieben Senatswahlkämpfe. Die größte Einzelinvestition des PAC lag bei rund 247.595 Dollar. Nach Angaben der Nachrichtenseite Common Dreams hat Musk zusätzlich zu den offengelegten Beträgen siebenstellige Summen an Gruppen ohne Offenlegungspflicht gezahlt, deren Höhe damit öffentlich nicht nachvollziehbar bleibt.

Verwirrung bei Wählern in Colorado

Das America PAC verschickt demnach Textnachrichten an Wähler in Colorado, die über angeblich eingegangene Anträge für die Briefwahl informieren. Mehrere Wähler melden Verwirrung, weil sie ihre Unterlagen automatisch erhalten, ohne je einen Antrag gestellt zu haben. Die Wahlbeamtin Carly Koppes aus Weld County bestätigt diese Rückmeldungen, der Wahlbeamte Josh Zygielbaum aus Adams County berichtet von Dutzenden Anrufen verunsicherter Bürger.

Der Journalist Daniel Nichanian bezeichnet Musks Wahlausgaben als beispiellos und wirft ihm vor, demokratische Kandidaten finanziell deutlich zu überflügeln. Der ehemalige Chicago-Tribune-Redakteur Mark Jacob warnt, derart hohe Einzelspenden gefährdeten die demokratische Balance im Wahlkampf.

Der Politikwissenschaftler Don Moynihan von der University of Michigan rät der Demokratischen Partei, künftig weniger Verträge mit Musk-Unternehmen zu vergeben und stärker regulatorisch gegenzusteuern.

Die Zahlen hinter dem Einfluss

Gleichzeitig zeigen Vorhersagemärkte ein durchwachsenes Bild für die Republikaner: Laut Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Partei die Kontrolle über den Senat behält, bei nur 10 %, die Chance auf das Repräsentantenhaus bei 38 %. Musk wurde Anfang Oktober zudem zum Co-Director von Project Meridian beim Pentagon ernannt, was seine Nähe zur politischen Entscheidungsebene weiter verdeutlicht.

Tesla und SpaceX stehen beide in engem Kontakt mit US-Regulierungsbehörden. Musks politisches Engagement kann sich damit unmittelbar auf regulatorische Rahmenbedingungen auswirken, die seine eigenen Unternehmen betreffen.

Was Betroffene wissen sollten

  • Musk hat seit Juli mindestens 276 Millionen Dollar an republikanische Gruppen und sein Super-PAC überwiesen.
  • Fast 90 % der America-PAC-Ausgaben konzentrieren sich auf sieben Senatswahlkämpfe.
  • Wähler in Colorado sollten Textnachrichten des America PAC zur Briefwahl kritisch prüfen und bei Unklarheiten die örtliche Wahlbehörde kontaktieren.
  • Musks zusätzliche, nicht offengelegte Spenden an Gruppen ohne Meldepflicht entziehen sich der öffentlichen Kontrolle.
  • Trotz der Rekordsumme sehen Vorhersagemärkte die Republikaner bei Senat und Repräsentantenhaus derzeit nicht als Favoriten.

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