Josephine Ahnelt: Wie „Wellen Wende“ die Postpartum-Zeit ungeschönt zeigt

Der Film wurde auf 16-Millimeter-Material gedreht und zeigt die Zeit nach der Geburt ohne Beschönigung. Im Katalog der Diagonale 2026 wird das Werk als Porträt dieser Lebensphase beschrieben.
Im Zentrum steht die sogenannte Postpartum-Zeit, also die Phase nach der Geburt, in der sich Eltern und Baby an das neue Leben gewöhnen. Genau hier setzt Ahnelts Kamera an, und genau hier liegt der Punkt, den viele unterschätzen: Diese Phase ist selten nur schön.
Was zeigt der Film über die Zeit nach der Geburt?
Die fünf portraitierten Frauen reflektieren ihre eigene Mutterschaft vor der Kamera. Dabei wird ein Wechselspiel aus Glückseligkeit und Belastung sichtbar, das viele Mütter aus dieser Zeit kennen, über das aber selten offen gesprochen wird. Der Film thematisiert dabei auch postpartale Depression und das Gefühl, die eigene Identität zu verlieren.
Einsamkeit ist ein weiteres Motiv, das in dieser Lebensphase sichtbar wird. Ahnelt verzichtet dabei auf Kommentar von außen und lässt die Frauen selbst zu Wort kommen.
Wie funktioniert die filmische Beobachtung?
Der Mechanismus des Films liegt in seiner Machart: Die Kamera beobachtet alltägliche Momente wie Füttern, Spielen und körperlichen Kontakt zwischen Müttern und ihren Babys. Diese unspektakulären Szenen bekommen durch die analoge Bildsprache ein besonderes Gewicht.
Nach Einschätzung von En Primera Fila vermittelt der Film dabei zwei Dinge gleichzeitig: Mutterschaft verläuft für jede Frau anders, und doch zeigen sich wiederkehrende Beziehungen und Verhaltensmuster zwischen den fünf Protagonistinnen.
Was Betroffene wissen sollten
Für Mütter in der Postpartum-Zeit kann der Film ein Spiegel sein, der zeigt, dass Erschöpfung, Freude und Selbstzweifel oft zusammen auftreten.
- Die Postpartum-Zeit umfasst nach dem Fokus des Films das gesamte erste Jahr nach der Geburt.
- Depression und Identitätsverlust werden im Film als reale Erfahrungen gezeigt, nicht als Ausnahme.
- Einsamkeit gehört laut dem Film ebenso zur frühen Mutterschaft wie Glücksmomente.
- Der Film macht sichtbar, dass sich Erfahrungen zwischen Müttern ähneln, obwohl jede Geschichte individuell ist.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.
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