Hackerangriff auf Supermarkt-Kühlanlagen in Frankreich: Wie Temperaturen auf 50 Grad stiegen

13.10.2026
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Eine gewerbliche Kühlanlage in einem Supermarkt, die durch den Kühlanlagen-Hackerangriff manipuliert werden konnte – Foto: AlbanyColley / Pixabay
Foto: AlbanyColley / Pixabay
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Montagnacht fielen in Hunderten französischen Supermärkten die Kühl- und Tiefkühlanlagen durch gezielte Eingriffe aus. Betroffen waren unter anderem Intermarché, Carrefour, Coopérative U und Monoprix. Die Temperaturen in den Anlagen stiegen über Stunden auf bis zu 50 Grad Celsius.

Was dahintersteckt

Die Angreifer griffen laut Les Mousquetaires nicht die Supermärkte selbst an, sondern einen dänischen Software-Dienstleister, dessen Steuerungssysteme von mehreren Lebensmittelhändlern genutzt werden. Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI identifizierte eine mögliche Schwachstelle in der Software des Herstellers Danfoss.

Danfoss bestätigte, dass eine begrenzte Anzahl Kühlsysteme betroffen war, und erklärte, es handle sich überwiegend um ältere Produkte mit veralteter Firmware. Der Hersteller fordert seine Kunden seit Längerem auf, ihre Systeme auf den neuesten Softwarestand zu bringen.

Wie der Mechanismus funktioniert

Statt die Kühlanlagen einfach abzuschalten, griffen die Angreifer gezielt in die Abtauprogramme ein. Normalerweise sorgt dieser Modus dafür, dass sich Eisablagerungen in den Anlagen kurzzeitig lösen. Die Hacker verlängerten die Laufzeit dieses Abtaumodus von einer auf acht Stunden und stellten die Zieltemperatur auf 50 Grad Celsius.

Die Kühlanlagen gaben dadurch über Stunden Wärme ab, statt zu kühlen, wodurch die Kühlkette unterbrochen wurde. Die technische Vorgehensweise der Angreifer im Detail ist bislang nicht öffentlich geklärt, ihre Identität ist unbekannt.

Die Zahlen hinter dem Angriff

Bei Intermarché waren rund 150 Filialen betroffen. Bei Carrefour meldete das Unternehmen 80 betroffene Märkte von insgesamt 6.000 Standorten. Etwa 100 Filialen der Coopérative U und rund 30 Geschäfte von Monoprix kamen hinzu.

Ein Intermarché-Betreiber in Gradignan gab den entstandenen Warenschaden mit 21.000 Euro an, während eine Filiale in Haguenau Tiefkühlware im Wert von rund 50.000 Euro wegwerfen musste. Ein benachbarter E.Leclerc-Markt in derselben Stadt gab seine Verluste mit etwa 220.000 Euro an.

Eine abschließende Schadenssumme für alle betroffenen Handelsgruppen liegt bislang nicht vor.

Was Betroffene wissen sollten

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat über ihre für Cyberkriminalität zuständige Abteilung Ermittlungen zu dem Vorfall übernommen. Im Zusammenhang mit den Manipulationen wurden außerdem Brandausbrüche gemeldet, ob diese tatsächlich durch die Kühlanlagen verursacht wurden, ist allerdings nicht nachgewiesen. Intermarché erklärte außerdem, dass die laufenden Versicherungsverträge für derartige Schäden nicht aufkämen.

  • Betroffene Supermärkte mussten zahlreiche frische und tiefgekühlte Lebensmittel entsorgen.
  • Der wirtschaftliche Schaden könnte sich laut Thierry Cotillard im Land binnen eines Tages auf einen zweistelligen Millionenbetrag summieren, eine endgültige Gesamtsumme steht noch aus.
  • Der Angriff richtete sich nach Darstellung der Handelsgruppen gegen einen zentralen Software-Dienstleister, nicht gegen einzelne Filialen.
  • Die ANSSI und die Pariser Staatsanwaltschaft ermitteln derzeit zu Ursache und Herkunft des Angriffs.
  • Danfoss empfiehlt Nutzern betroffener Kühlsysteme, Softwareupdates einzuspielen.

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