Doitscha: Was hinter der Tragikomödie zum Festivalauftakt steckt

05.11.2026
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Ein beleuchteter Kinoeingang bei Dämmerung steht sinnbildlich für die Premiere des Films mit Mark Waschke beim Film Festival Cologne – Foto: 12019 / Pixabay
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Die Tragikomödie „Doitscha – Alles geht vorüber“ eröffnete am 29. Oktober 2026 das 36. Film Festival Cologne im Kölner Filmpalast. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Adriana Altaras und wurde von Regisseurin Ester Amrami umgesetzt, die selbst aus Israel stammt.

Was dahintersteckt

Im Mittelpunkt steht eine jüdisch-nichtjüdische Familie in Köln, deren Alltag von mehreren Seiten unter Druck gerät. Die Mutter leitet das jüdische Theater der Stadt, der Vater ist als einziges nichtjüdisches Familienmitglied Punkband-Fan. Während der ältere Sohn mit dem Gedanken an ein Leben in Israel liebäugelt, muss der jüngere wegen judenfeindlicher Übergriffe an eine jüdische Schule wechseln.

Als zeitlichen Rahmen wählt die Geschichte die Phase nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023. Genau dieses Datum bildet den Hintergrund für die Spannungen, die der Film zeigt.

Wie der Mechanismus funktioniert

Die Mutter wird in einer Talkshow aufgefordert zu erklären, wie sie die Welt wahrnimmt, wenn sie halb jüdisch und halb deutsch ist. In einem Monolog argumentiert ein Influencer, sogenannte Israelkritik sei nicht automatisch Antisemitismus. Sponsoren kürzen daraufhin die Finanzierung des Theaterprogramms, auch wegen eines geplanten Vortrags eines regierungskritischen Israelis. Dieser Vortrag wird von angeblichen Palästina-Befürwortern verhindert.

Der Film zeigt damit, wie gesellschaftlicher Druck über mehrere Kanäle gleichzeitig wirkt: Medien, Sponsoren und öffentliche Debatten greifen ineinander.

Die Zahlen

Beim diesjährigen Film Festival Cologne liefen insgesamt 65 Produktionen – Spielfilme, Dokumentationen, Fernsehfilme und Serien – aus 48 Staaten. Es lief bis zum 5. November 2026 unter dem Motto „Real Life“.

Zusätzlich zu den Vorführungen bot das Programm Branchentreffen, Konferenzen und Gesprächsrunden, darunter am 30. Oktober eine Veranstaltung im Kölner Regiesalon des Bundesverbands Regie, am 2. November der European Series Day sowie am 3. November der Creator Business Club Cologne. Unter den geehrten Preisträgerinnen war Ingrid Caven.

„Doitscha“ ist seit dem 30. Oktober 2026 in der ARD-Mediathek abrufbar, Das Erste strahlte den Film linear am 4. November 2026 um 20:15 Uhr aus.

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