Neues KTM Werk in Brasilien: Was die Fabrik für Kunden und Preise bedeutet

15.10.2026
Inhaltsverzeichnis:
Produktionshalle des neuen KTM Werks in Brasilien mit Motorradrahmen auf der Montagelinie in Manaus – Foto: ainthome / Pixabay
Foto: ainthome / Pixabay
Inhaltsverzeichnis:

KTM eröffnet in Manaus sein erstes eigenes Werk in Brasilien. Die Anlage ist für eine jährliche Kapazität von 20.000 Motorrädern ausgelegt, läuft zum Start aber auf einem Bruchteil davon. Was hinter dieser Diskrepanz steckt, zeigt einen Mechanismus, den die Branche selten offenlegt.

Was hinter der neuen Fabrik steckt

KTM eröffnete das Werk am 14. Oktober in der Freihandelszone von Manaus, im Stadtteil Tarumã an der Avenida do Turismo. Rund zwei Monate vor der Eröffnung lief bereits eine Testphase mit einer einzigen Produktionsschicht. Etwa 100 Personen arbeiten direkt und indirekt in der Anlage, die ausschließlich für die Marken KTM und Husqvarna tätig ist.

Seit 2016 montierte KTM Motorräder in Manaus gemeinsam mit dem Partner Dafra Motos. Mit dem neuen Werk entsteht erstmals eine eigenständige Fertigung, die strukturell getrennt von der benachbarten Fabrik des Mehrheitseigners Bajaj arbeitet. Seit Juni 2026 liegt die kommerzielle Leitung von KTM und Husqvarna in Brasilien ohnehin schon bei Bajaj do Brasil.

Wie der Mechanismus hinter der Kapazität funktioniert

Die Fabrik ist auf 20.000 Einheiten pro Jahr ausgelegt, doch für das laufende Jahr plant KTM nur rund 3.500 Motorräder. Erst im Jahr danach soll die Produktion auf 6.000 bis 7.000 Einheiten steigen. Der Grund liegt im CKD-Verfahren: Fahrzeuge kommen zerlegt an und werden vor Ort in mehreren Schritten montiert, von der Kitvorbereitung über Motoren- und Motorradmontage bis zu Qualitätskontrolle, Verpackung und Versand.

Fabian Steinbacher, Vizepräsident Operationen der KTM AG, betont, dass die Betriebsstandards der Fabrik den in Österreich geltenden Anforderungen entsprechen.

Die installierten 20.000 Einheiten sind damit kein Produktionsziel für die nächsten Jahre, sondern ein Rahmen, in den das Werk erst schrittweise hineinwächst.

Die Zahlen hinter der Produktion

Insgesamt zehn Modelle aus drei Kategorien laufen vom Band. In der Motocross-Linie sind das die KTM 250 SX-F und 450 SX-F, in der Enduro-Kategorie sechs Modelle: KTM 250 EXC-F, 350 EXC-F 6DAYS, 300 EXC und 300 EXC 6DAYS sowie die Husqvarna-Modelle FE 350 und TE 300 PRO. Im Adventure-Segment montiert das Werk die neuen Modelle KTM 390 Adventure R und 390 Adventure X, die im August dem brasilianischen Markt vorgestellt wurden.

Ab Oktober sollen beide Modelle bei Händlern stehen: die KTM 390 Adventure R zum empfohlenen Preis von 37.990 brasilianischen Real, die KTM 390 Adventure X für 33.990 brasilianische Real. Beide Modelle haben einen 398,7-Kubikzentimeter-Einzylindermotor. Das autorisierte Händlernetz von KTM und Husqvarna umfasst derzeit zwölf Standorte in Brasilien und soll laut Unternehmensangaben bis 2027 wachsen.

Was Kunden und Partner wissen sollten

Für Käufer und Händler ergeben sich aus der neuen Fertigung konkrete Folgen, die über die reine Werkseröffnung hinausgehen:

  • Die installierte Kapazität wird in den ersten Jahren bei weitem nicht ausgeschöpft, Lieferzeiten hängen daher vom schrittweisen Produktionshochlauf ab.
  • Die neuen Adventure-Modelle 390 R und 390 X kommen ab Oktober zu festen Preisen in den Handel.
  • Die Fabrik arbeitet strukturell getrennt von der benachbarten Bajaj-Anlage, auch wenn Bajaj seit Juni 2026 Verkauf, Marketing und Service für beide Marken steuert.
  • Das Händlernetz soll sich bis 2027 deutlich erweitern, was engere Servicewege für Kunden außerhalb der bisherigen Standorte verspricht.

Lassen Sie auch über Ihr erfolgreiches Unternehmen auf Aufdecker.com berichten!

Klicken Sie den Button, um zu besprechen, welche positiven Fakten wir über Ihr Unternehmen aufdecken können.