Aufgedeckt: Warum der ÖSV-Plan für eine Skihalle in Wien noch kein Konzept hat

Der Österreichische Skiverband treibt Pläne für eine Skihalle in Wien voran, doch ein fertiges Konzept gibt es bislang nicht. Die Arbeitsgruppe, die in den kommenden Wochen entstehen soll, muss diese Fragen erst klären.
Was dahintersteckt
Stadlober hatte den Bau einer Skihalle Ende September 2026 vorgeschlagen. Als Hintergrund nennt sie zunehmend schwierige Trainingsbedingungen im Sommer, mitverursacht durch die Gletscherschmelze.
Nachwuchsathletinnen und -athleten aus österreichischen Leistungsschulen verbringen deshalb jährlich zwischen 20 und 30 Tagen im Sommer in Skihallen in Litauen, Deutschland oder den Niederlanden. Auch Marcel Hirscher nutzte eine niederländische Skihalle für seine ersten Trainingseinheiten nach einem Kreuzbandriss.
Wie es funktionieren soll
In den kommenden Wochen soll eine Arbeitsgruppe entstehen, die Fachleute zusammenbringt, die sich bereits mit einer Skihalle in Österreich beschäftigt haben. Ein fertiges Konzept fehlt bislang, ebenso ein festgelegter Standort – Wien wird aber immer wieder genannt.
Der ÖSV kann das Projekt nach eigenen Angaben nicht allein finanzieren und ist auf Unterstützung aus Politik und von Investoren angewiesen. Die Anlage soll nicht nur dem Spitzensport dienen, sondern auch Nachwuchs und breiter Bevölkerung offenstehen.
Die Zahlen dahinter
Zum Vergleich: Die Huafa Snow World im chinesischen Shenzhen verfügt über eine Fläche von 100.000 Quadratmetern mit fünf Pisten, die längste misst 463 Meter. Europaweit existieren schon etwa 35 solcher Anlagen, unter anderem in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Norwegen, während Österreich und die Schweiz bislang ohne eigene Skihalle auskommen müssen.
Die Skihalle Neuss, seit 25 Jahren Marketingpartner des Salzburger Landes, zählt jährlich rund 400.000 Besucher, etwa 20.000 Kinder kommen dort erstmals mit Schneesport in Berührung. Ein Tagesticket kostet rund 50 Euro.
Was Betroffene wissen sollten
Speeddisziplinen wie Abfahrt und Super-G lassen sich in einer Skihalle nicht trainieren, für die Materialabstimmung bleiben Auslandslager nötig.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.
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