Alice Schwarzer: Warum sie ihr Lebenswerk Emma nach 49 Jahren einstellt

21.10.2026
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Ein Stapel feministischer Zeitschriften liegt auf einem Schreibtisch, sinnbildlich für das Ende von Alice Schwarzers Magazin Emma – Foto: kconcha / Pixabay
Foto: kconcha / Pixabay
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Alice Schwarzer beendet ihr Lebenswerk: Das Magazin Emma erscheint demnächst zum letzten Mal. Die Journalistin und Feministin teilte die Entscheidung am Mittwoch mit und machte dabei deutlich, dass es nicht die Finanzen sind, die das Ende erzwingen.

Wer ein insolventes Traditionsblatt erwartet, irrt. Genau dieser Punkt macht die Ankündigung bemerkenswert und zeigt, wie unterschiedlich das Ende einer Institution ablaufen kann.

Was hinter dem Ende von Emma steckt

Schwarzer erklärt ausdrücklich, dass wirtschaftliche Gründe nicht ausschlaggebend für die Einstellung seien. Stattdessen begründet sie den Schritt damit, dass es Zeit sei zu gehen. Diese Formulierung lässt wenig Raum für Krisenszenarien, wie sie bei Zeitschrifteneinstellungen sonst üblich sind.

Nach ihren eigenen Angaben sinkt die Auflage des Magazins zwar, die Einnahmen deckten die Ausgaben aber weiterhin. Zusätzlich verfüge Emma über ein finanzielles Polster. Der Mechanismus hinter dem Ende ist damit kein wirtschaftlicher Zwang, sondern eine persönliche Entscheidung der Gründerin.

Wie der Abschied von Emma abläuft

Der Zeitplan ist bereits festgelegt: Die Ausgabe ab 27. Oktober 2026 ist die vorletzte, die darauffolgende Ausgabe die letzte überhaupt. Zwischen Ankündigung und letzter Ausgabe liegen damit nur wenige Wochen.

Schwarzer verweist darauf, dass Emma über drei Feministinnen-Generationen hinweg Bestand hatte. Diese lange Kontinuität ist einer der Gründe, warum das Ende bundesweit Beachtung findet, obwohl es sich um eine geordnete, selbst gewählte Schließung handelt.

Die Zahlen rund um Emma

Schwarzer gründete Emma im Jahr 1977. Fast fünf Jahrzehnte lang zählte das Magazin zu den bekanntesten feministischen Publikationen im deutschsprachigen Raum.

Nicht alles von Emma verschwindet jedoch: Das vollständige Archiv des Magazins wird in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach aufgenommen. Ab dem Jahr 2029 soll es dort Interessierten, Medien und der Forschung offenstehen.

Was Leser jetzt wissen sollten

Für Leserinnen und Leser von Emma sowie für an feministischer Mediengeschichte Interessierte ergeben sich aus der Ankündigung mehrere konkrete Punkte.

  • Das Emma-Archiv geht vollständig an das Deutsche Literaturarchiv Marbach.
  • Das Archiv soll ab 2029 öffentlich zugänglich sein, für Forschung und Medien gleichermaßen.

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