Aufgedeckt: Wie die Fischzucht Oberwasser den Zwischenhandel in Wien umgeht

29.10.2026
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Frischer Fisch aus der Fischzucht Oberwasser liegt auf Eis in der neuen Fischbar in Wien – Foto: PublicDomainPictures / Pixabay
Foto: PublicDomainPictures / Pixabay
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Seit Mai 2026 betreibt die niederösterreichische Fischzucht Oberwasser ein eigenes Lokal in der Lerchenfelder Straße in Wien. Dort verkauft das Unternehmen Forellen und Saiblinge direkt an Privatkundschaft – ein Schritt, der in der Wiener Fischbranche ungewöhnlich ist. Wer verstehen will, warum eine Zucht plötzlich selbst zum Gastgeber wird, muss den Weg vom Teich bis zum Teller betrachten.

Was dahintersteckt

Das neue Lokal befindet sich am Standort des früheren Restaurants Goldfisch. Oberwasser beliefert Wiener Gastronomiebetriebe bereits seit mehreren Jahren mit Fisch, verkaufte seine Ware bislang aber nur über Köchinnen und Köche weiter. Mit der eigenen Fischbar schaltet das Unternehmen diesen Umweg erstmals aus und tritt selbst als Verkäufer an Endkunden auf.

Die Fische stammen aus einer modernen Zuchtanlage in den niederösterreichischen Voralpen. Dort wachsen Forellen und Saiblinge heran, bevor sie frisch nach Wien gebracht werden. Laut Vertriebsleiter Kai erfüllen die Tiere österreichische Qualitätsstandards, was Oberwasser als zentrales Verkaufsargument nutzt.

Wie der Mechanismus funktioniert

Mit 21 Jahren kam er noch gänzlich ohne Fischkonsum durchs Leben, entwickelte dann aber ein intensives Interesse an dem Thema.

Diese Doppelrolle aus Vertrieb und Küchenerfahrung erklärt den Mechanismus hinter der Fischbar: Oberwasser kontrolliert nun die gesamte Kette von der Zucht bis zur Zubereitung.

Die Fischbar verkauft rohen Fisch zum Mitnehmen, bietet aber auch zubereitete Gerichte zum Verzehr vor Ort an. Auf der Speisekarte stehen unter anderem Fischstäbchen aus eigener Zucht, Tempura-Sandos mit Goldforelle, Lachsforellen-Tatar und verschiedene Ceviche-Variationen.

Die Zahlen hinter dem Konzept

Konkrete Umsatz- oder Besucherzahlen nennt Oberwasser bislang nicht. Belegt sind die Eckdaten des Projekts: die Eröffnung des Lokals, die mehrjährige Gastronomie-Belieferung davor und die für Sommer 2026 angekündigten Umbauten, mit denen die Fischbar gestalterisch stärker an den Charakter des Unternehmens angepasst werden soll.

Kai betont zudem, dass eine Fischzucht ein aufwändiger Betrieb sei, der rund um die Uhr Betreuung erfordere – ein Hinweis darauf, wie viel Aufwand hinter dem scheinbar einfachen Direktverkauf steckt.

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