Aufgedeckt: Warum ein Mann sein ganzes Leben bis ins Detail protokolliert

Ein online veröffentlichter Lebenslauf aus München zeigt, wie lückenlos ein Menschenleben dokumentiert werden kann. Von der Geburt im Jahr 1972 bis zum Studienbeginn 1993 reihen sich Zahlen, Orte und Daten aneinander – eine Geschichte, die auf den ersten Blick banal wirkt, bei genauerem Hinsehen aber einen bemerkenswerten Mechanismus offenbart: die fast lückenlose Selbstprotokollierung eines Lebens.
Verbreitet wurde die Geschichte über die private Website tobi.pocnet.net, auf der ein „Curriculum Vitae“ mit präzisen Angaben zu Kindheit, Schulzeit und Studienbeginn veröffentlicht ist. Die Angaben reichen von Körpermaßen bei der Geburt bis zu Schulwegstrecken in Kilometern.
Was steckt hinter der minutiösen Dokumentation?
Der Lebenslauf beginnt mit der Geburt in einer Klinik in München-Neuhausen im Juli 1972: Das Neugeborene war demnach 48 cm groß und wog 2.950 g . Fünf Jahre später zog die Familie in ein Einfamilienhaus im Münchner Umland, nach Gauting.
Wie detailliert ist der Lebenslauf wirklich?
Das mündliche Kolloquium absolvierte er in Wirtschafts- und Rechtslehre mit Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre.
Im April 1992 führte eine Studienreise nach Moskau und St. Petersburg. Folgende Angaben zur Schulzeit stehen nebeneinander im Lebenslauf:
- Vier Jahre Grundschule in Krailling mit Tagesheimbetreuung.
- Neun Jahre Gymnasialzeit in Planegg mit täglich fast 17 km Schulweg.
- Selbstgebautes Oszilloskop als Facharbeit, später von der Schule übernommen.
- Abiturzeugnis mit der Gesamtnote 1,5 im Juli 1993.
Was Leser über solche Lebensläufe wissen sollten
Eine im Umlauf befindliche Geschichte, wonach ein Rettungssanitäter namens Peter vor 21 Jahren bei der Geburt eines Jungen half und beide heute als Einsatzkollegen im Rettungsdienst zusammenarbeiten, lässt sich anhand des veröffentlichten Lebenslaufs nicht bestätigen.
- Der Lebenslauf dokumentiert Geburt, Schulzeit und Studienbeginn mit präzisen Zahlen und Daten.
- Die Facharbeit in Form eines selbstgebauten Oszilloskops wird bis heute im Schulunterricht genutzt.
- Eine Verbindung zu einer Rettungsdienst-Geschichte mit einem „Einsatzkollegen“ ist durch die Angaben nicht belegt.
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