Karl Bushby: Die eigene Regel, die ihm 28 Jahre Heimweh einbrachte

Der britische Abenteurer Karl Bushby hat nach 28 Jahren Fußmarsch rund um die Welt seine Heimatstadt Hull erreicht. Er legte dabei insgesamt etwa 50.000 Kilometer ausschließlich zu Fuß zurück und durchquerte vier Kontinente sowie 29 Länder. Ausgelöst hatte die Reise im November 1998 die Trennung von seiner damaligen Ehefrau.
Was nach einer simplen Wanderung klingt, war über fast drei Jahrzehnte ein Leben nach einer einzigen, selbst auferlegten Regel. Diese Regel erklärt, warum aus einer Reise plötzlich 28 Jahre wurden – und warum ihr Ende für Bushby kein einfacher Schlussstrich ist.
Wie kam es zu der Weltreise?
Bushby war zu Beginn seiner Reise 29 Jahre alt, als er nach der Trennung von seiner Frau im November 1998 mit einem Flug nach Chile aufbrach. Mit gerade einmal 500 Dollar in der Tasche startete er in Punta Arenas seinen Marsch nach Norden. Seine Habseligkeiten transportierte er über die gesamte Strecke in einem Handkarren, den er „The Beast“ nannte.
Schon in den ersten Jahren zeigte sich, wie kompromisslos Bushby sein Vorhaben anlegte: Er überquerte im Winter die gefrorene Beringstraße von Alaska nach Russland zu Fuß. Im April 2006 stoppten ihn russische Behörden gemeinsam mit seinem Begleiter Dimitri Kieffer, weil er außerhalb eines zugelassenen Grenzübergangs ohne Passtempel eingereist war.
Welche Regel hielt Bushby all die Jahre durch?
Von Beginn an gab sich Bushby eine strikte Vorgabe: kein Transportmittel außer den eigenen Beinen. Jede Unterbrechung der Reise – etwa wegen Visasperren, der Finanzkrise 2008 oder der Coronavirus-Pandemie – beendete er, indem er später exakt an den Punkt zurückkehrte, an dem er aufgehört hatte. Insgesamt kam er so auf 14 Jahre an Zwangspausen.
Aus dieser Regel folgte auch, dass Bushby während der gesamten 28 Jahre kein einziges Mal britischen Boden betrat, obwohl er zeitweise ausgeflogen werden musste. Mehrere Etappen der Reise zeigen, wie ungewöhnlich der Weg tatsächlich verlief:
- Bushby saß 18 Tage in einem Gefängnis in Panama.
- Der Aufenthalt in Russland zog sich über fast eine Dekade.
- Das Kaspische Meer überquerte er in Tagesetappen mit Bootsbegleitung über 31 Tage.
- Im Oktober 2026 schwamm er durch den Ärmelkanal, um den letzten Wegabschnitt nach England anzutreten.
Was erwartet Bushby nach der Ankunft?
Bei seiner Ankunft in Dover am 5. Oktober 2026 warteten bereits sein Vater, seine Brüder und Regisseur Werner Herzog auf ihn. In Hull selbst versammelten sich Hunderte Menschen, um den Weltenwanderer zu empfangen. Dort traf Bushby seine Mutter und seinen Sohn wieder und lernte seine zwölfjährige Enkelin erstmals persönlich kennen.
Trotz des emotionalen Empfangs blickt Bushby dem Ende seiner Reise nicht nur erleichtert entgegen. Er äußert Bedenken wegen einer möglichen Identitätskrise und erwartet nach eigenen Worten Schwierigkeiten bei der Rückkehr in ein gewöhnliches Leben, nachdem 28 Jahre lang eine einzige Regel seinen Alltag bestimmt hatte.
Lassen Sie auch über Ihr erfolgreiches Unternehmen auf Aufdecker.com berichten!
Klicken Sie den Button, um zu besprechen, welche positiven Fakten wir über Ihr Unternehmen aufdecken können.