Fake-Promi Betrug: Wie aus einem Fan-Kommentar ein jahrelanger Betrug wurde

Eine Britin namens Lorraine M. geriet in die Fänge eines sogenannten Romance Scam: Ein Unbekannter gab sich über zwei Jahre als Schauspieler Bradley Cooper aus. Der Kontakt begann mit einem harmlosen Kommentar auf einer Fanseite des Schauspielers.
Wie der Kontakt begann
Der Unbekannte behauptete, im Auftrag des Managements von Bradley Cooper zu schreiben und einzelne Fans kontaktieren zu dürfen. So entstand ein Austausch über Messenger und WhatsApp, der sich über zwei Jahre hinzog. In dieser Zeit versprach der falsche Schauspieler der Frau Hochzeit und gemeinsame Kinder und baute so eine emotionale Bindung auf.
Als Beleg für seine angebliche Identität schickte der Unbekannte ein Foto mit persönlicher Widmung sowie einen Screenshot eines Reisepasses. Anrufe oder Videochats lehnte er durchgehend ab – angeblich aus Sicherheitsgründen.
Welche Ausreden auf das erste Treffen folgten
Der Unbekannte kündigte ein erstes persönliches Treffen in Paris an. Dafür überwies Lorraine M. 4.500 Pfund, umgerechnet etwa 5.300 Euro. Kurz vor dem Termin sagte er ab und gab eine Erkrankung als Grund an.
Später erklärte er, wegen eines angeblich geheimen Gerichtsverfahrens keinen Zugriff mehr auf seine Konten zu haben. Es folgten weitere Zahlungen: einmalig 4.000 Pfund sowie wiederholt 600 Pfund. Auf Aufforderung kaufte die Frau zudem Geschenkkarten und verkaufte schließlich ihr Auto, um weiteres Geld aufzutreiben.
Warum das geplante Treffen im Dezember platzte
Für Dezember kündigte der Unbekannte ein gemeinsames Treffen an, bei dem er Lorraine M. und ihre fünf Kinder im Teenageralter persönlich abholen wollte. Die Familie wartete zwölf Stunden auf die versprochene Abholung – sie blieb aus. Danach erklärte der Unbekannte, selbst mittellos zu sein.
Zwei Jahre nach Beginn des Kontakts erstattete Lorraine M. Anzeige bei der britischen Meldestelle Action Fraud. Ihrer Bank zufolge konnte das Geld nicht ersetzt werden, weil die Überweisungen freiwillig erfolgt seien.
Was Betroffene wissen sollten
- Wer online Liebesversprechen von vermeintlichen Prominenten erhält, sollte misstrauisch werden – echte Stars kontaktieren Fans nicht privat über Messenger.
- Die Verweigerung von Videotelefonaten ist ein typisches Warnsignal bei Romance-Scam-Maschen.
- Forderungen nach Geschenkkarten oder Überweisungen für angebliche Notfälle sind ein klassisches Betrugsmuster.
- Banken ersetzen freiwillig überwiesenes Geld in der Regel nicht.
- Verdachtsfälle sollten bei der zuständigen Meldestelle angezeigt werden, auch wenn seit Beginn des Kontakts bereits Zeit vergangen ist.
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